Wer soll die KI sein?
Gib der KI eine Rolle. Eine klare Rolle bündelt ihr Wissen und ihren Tonfall — sie antwortet wie eine Fachperson statt wie ein Allerwelts-Assistent.
„Du bist ein erfahrener Moderator für Krisensitzungen mit großen Gruppen.“
AIM-TO ist ein Muster — ein einfacher Bauplan, der einen guten Prompt definiert. Fünf Bestandteile, fünf Fragen. Diese Seite zeigt, wofür die Buchstaben stehen — an einem konkreten Beispiel.
Wenn du einer KI etwas aufträgst, helfen dir fast immer die gleichen fünf Dinge, um eine bessere Antwort zu erhalten: eine Rolle, etwas Kontext, ein paar Besonderheiten und Grenzen, den eigentlichen Auftrag und die gewünschte Ausgabeform. AIM-TO bringt genau diese fünf Dinge in eine einfache Reihenfolge.
Mehr ist es nicht — eine Merkhilfe oder Eselsbrücke, damit du nichts vergisst und die KI nicht raten muss. Die fünf Buchstaben stehen für die fünf Teile. Klapp sie unten einzeln auf.
Wir bleiben bei einem Beispiel — quer durch alle fünf Teile, damit du siehst, wie sie ineinandergreifen:
Du sollst ein Krisenmeeting moderieren mit einer großen Gruppe im Workshop-Format — und brauchst dafür eine Agenda. Genau diesen Auftrag bauen wir jetzt Stück für Stück zusammen.
Gib der KI eine Rolle. Eine klare Rolle bündelt ihr Wissen und ihren Tonfall — sie antwortet wie eine Fachperson statt wie ein Allerwelts-Assistent.
„Du bist ein erfahrener Moderator für Krisensitzungen mit großen Gruppen.“
Der Kontext. Alles, was sie nicht von allein weiß: Rahmenbedingungen, Zahlen, Stimmung, Ziel. Je konkreter hier, desto weniger rät sie später.
„30 Teilnehmende aus drei Abteilungen, 90 Minuten Zeit, aufgeheizte Stimmung, erste Schuldzuweisungen und Ausflüchte stehen im Raum. Ziel: gemeinsam erste Sofortmaßnahmen festlegen ohne Reibungsverluste.“
Die Regeln und Grenzen. Was darf rein, was nicht? Hier lenkst du das Ergebnis, bevor es entsteht — statt es hinterher zu korrigieren. Hier wird aus beliebig genau passend.
„Maximal 5 Blöcke, jeder Block mit Zeitangabe und einer Methode. Keine reine Präsentation, sondern moderierte Beteiligung. Hinweise für den Moderator, insbesondere wenn der Termin nicht nach Plan läuft.“
Der eigentliche konkrete Auftrag – ein klares Verb. Nicht „etwas zum Meeting“, sondern genau die eine Sache, die getan werden muss.
„Erstelle die Agenda als Ablaufplan mit Uhrzeiten, Methoden und kurzen Moderationshinweisen und einem Plan B für alle Fälle.“
Die Form des Ergebnisses. Tabelle oder Fließtext? Wie lang? Sagst du es nicht, wählt die KI selbst — und meist anders als gedacht.
„Eine kurze Einleitung und eine Tabelle mit 'Zeit', 'Block', 'Methode' und 'Ziel'. Darunter maximal drei kurze Moderations-Tipps.“
Nacheinander gelesen ergeben die fünf Antworten genau den Auftrag, den du eingibst:
Drauflostippen klappt auch. Aber oft vergisst man die Hälfte. Dann füllt die KI die Lücken selbst, rät, und du korrigierst in Schleife. Ein Muster ist eine Abkürzung aus dieser Schleife.
Fünf feste Fragen sind eine Checkliste. Was du beantwortest, muss die KI nicht erraten und entspricht dem, was du willst.
Die Qualität der Eingabe steigert auch die Qualität der Antwort. Und Anpassungen sind granularer möglich.
Mehr beim ersten Versuch geklärt heißt weniger Nachbessern. Du kommst schneller zum brauchbaren Ergebnis.
Derselbe Auftrag, zwei Wege. Links das übliche Tippen, rechts dasselbe mit AIM-TO:
AIM-TO macht dich nicht zum Prompt-Profi — es hilft dir nur nichts zu vergessen. Du musst die fünf Teile nicht perfekt formulieren. Es reicht, sie überhaupt zu nennen. Schon das hebt das Ergebnis spürbar.
AIM-TO sind die fünf Pflichtteile. PACE sind vier optionale Verstärker — nimm sie dazu, wenn ein Prompt besonders lang, heikel oder wichtig ist. Zusammen ergeben beide den Namen: aim-to-pace. Hier am selben Beispiel — dem Krisenmeeting:
Bei langen Prompts mit vielen Punkten: stell am Ende noch einmal heraus, worauf es am meisten ankommt. So weiß die KI, was Vorrang hat, wenn nicht alles zugleich geht.
„Alle Teilnehmer müssen eine gemeinsame Verantwortung übernehmen und die Sofortmaßnahmen müssen umgesetzt werden.“
Fordere die KI ausdrücklich auf, vorab Rückfragen zu stellen. Unklarheiten klärt sie dann, bevor sie drauflosarbeitet — statt sie still und falsch zu erraten.
„Stell mir drei Fragen, die Unklarheiten beseitigen oder zur Verbesserung des Ergebnisses führen.“
Lass dir zeigen, wie die KI zum Ergebnis kommt. Falsche Annahmen fallen früh auf — und die Begründung bekommst du gleich mit dazu.
„Erkläre kurz, warum du welche Methode für welchen Block wählst, bevor du die fertige Agenda ausgibst.“
Ein gewünschtes oder ein unerwünschtes Beispiel — ein „so ja / so nicht“ trifft die Zielrichtung oft genauer als jede Beschreibung.
„So nicht: ein 90-Minuten-Vortrag mit Fragerunde am Schluss. So ja: kurze Inputs, dann moderierte Arbeit in Kleingruppen.“
AIM-TO ist der Bauplan. Wenn du nicht jedes Mal selbst die fünf Teile sortieren willst, gibt es ein fertiges Werkzeug, das genau nach diesem Bauplan baut: den AIM-TO Meta-Prompt. Du gibst lose Notizen, er macht daraus den fertigen Prompt.
Einmal einfügen, drauflos schreiben — die Struktur kommt von allein. Schritt für Schritt erklärt.
Für fünf Teile: Assign (Rolle), Inform (Kontext), Modify (Grenzen), Task (Auftrag), Output (Form). Die fünf Teile oben zeigen jeden einzeln.
Für vier optionale Verstärker: Priority, Ask Back, Chain of Thought, Example. AIM-TO ist die Pflicht, PACE der Bonus für schwierigere Prompts. Beide zusammen ergeben den Namen aim-to-pace.
Nein. Fünf Buchstaben als Merkhilfe reichen. Und wenn du den AIM-TO Meta-Prompt nutzt, baut der sogar von allein nach dem Muster.
Nein — aber je mehr, desto besser. Lässt du einen Teil weg, rät die KI an dieser Stelle. Oft sind es genau Rolle und Form, die den Unterschied machen.
Ja. Das Muster ist sprachunabhängig — die fünf Teile gibt es in jeder Sprache. Die Inhalte schreibst du einfach in der Sprache, die du brauchst.
Vor allem dafür — aber dieselben fünf Fragen helfen auch, wenn du einem Menschen einen Auftrag gibst. Wer, was-er-wissen-muss, Grenzen, Auftrag, Form: das fehlt erstaunlich oft.