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Hör auf zu prompten. Fang an zu delegieren!

Delegieren?! Aber wie? Mit Prompts natürlich. Als Otto-Normal-User ist KI nicht mehr als eine bessere Suchmaschine mit Schönschreib-Funktion. Schade. Der Fix kost' dich nix – zumindest nix extra.

Original auf Substack ↗ Lies hier, like, kommentiere und abonniere dort.

KI kann Proteine falten, den Go-Großmeister schlagen und macht den Haushaltsroboter cooler … aber auch die Militärdrohne uncooler. Aber das ist die KI der Großen und Mächtigen. Das bekommen wir nur indirekt mit … oder im Fall der Drohne hoffentlich nie.

Da ist aber noch mehr. Viel mehr. Auch für dich. Hier und heute. Ohne Einstiegshürde. Ohne Spezialausbildung oder Supertool. Ohne darauf zu warten, bis dir endlich der alles lösende KI-Agent freigeschaltet wird, der dann gleich mal einen halben Tag Einarbeitung einfordert. Ohne auf das vielversprechende Tool der IT Abteilung zu warten, das dann endlich mit großem Tamtam eingeführt wird. Du stellst nur schnell fest, dass es gerade das eine Ding nicht macht, für das du es eigentlich hättest brauchen können.

Prädikat “Besonders unterwältigend”.

Ganz ohne Aufwand geht es natürlich auch hier nicht, aber zumindest geht es ohne Wartezeit, einfach, selbst und maßgeschneidert. Mit der Hand am Arm. Vorbedingung ist ein wenig am Mindset drehen - nicht weil es nur mit der richtigen Einstellung funktioniert und nur wenn man wirklich ganz dolle dran glaubt, sondern weil wir uns oft noch mit der falschen Wahrnehmung und Erwartungshaltung dem KI-Tool nähern. Es hilft ein wenig loszulassen und kontrolliert ein wenig Kontrolle abzugeben.

Oder besser in Manager-Sprech und positiv ausgedrückt: Machen lassen statt machen. Also delegieren.

KI kann nicht nur deine Texte einmalig korrigieren, sie kann dein persönlicher Lektor sein, die deinen Schreibstil kennt und respekiert. KI kann dir nicht nur bei der Reisezielauswahl helfen oder ein Restaurant vor Ort empfehlen, sie kann dein privater Reiseleiter sein. Sie kann dein Fitness- und Ernährungscoach sein, dein Finanzberater, dein Trainer für Rhetorik, sie kann dir ein wirklich unverblümter Kritiker sein oder dein Motivator und Trainer für deinen ersten (Halb-)Marathon sein. Sie kann dir ein Ersatz-Freund sein, wenn du gerade keinen greifbar hast.

Das ist erschreckend und faszinierend zugleich und man muss es erleben, um zu glauben, wie gut die KI das kann. Die Liste der Möglichkeiten lang. Sehr lang. Zur Inspiration habe ich mal 127 nicht-banale KI-Rollen gesammelt und in eine mögliche Anordnung gebracht. Ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit.

12 Kategorien mit insgesamt 127 mögliche KI-Helferlein

Die Auflistung der Rollen soll hauptsächlich zeigen, was überhaupt prinzipiell – aber tatsächlich konkret – geht. Ich selbst nutze bei weitem nicht alle davon, aber einige gehören in mein Standardrepertoire, manche habe ich auf Vorrat und manche habe ich nur mal ausprobiert, um zu sehen, was geht.

Und ja, richtig gelesen. KI kann auch bei Finanzen beraten und helfen, in der Partnerschaft, in Gesundheitsfragen, beim echten Leben.

Wie kein Disclaimer?

Wenn wir ehrlich sind, machen wir das doch schon die ganze Zeit auch bevor jeder KI kannte oder es sie in der heutigen Form gab. Wir haben uns mehr Wissen als unser Arzt ergoogelt, um seine Diagnose proaktiv in Frage zu stellen. Wir haben uns Insider-Tipps aus mehr oder weniger vertrauenswürdigen Internet-Quellen zusammengesucht, um einen Schritt cleverer zu investieren. Wir haben das virtuelle Dr. Sommer Team und die Schwarm-Intelligenz der Foren und Netzwerke zunutze gemacht. Das gleiche geht mit KI besser und einfacher, aber halt auch ein wenig befremdlicher, indem wir nicht mehr selbst jede Schritt machen, sondern indem wir Rahmen-Infos an eine Maschine mit Macht geben - und die macht dann.

Blind vertrauen sollte man niemandem und auch keiner KI. Das Ding zwischen Ohren darf bei wichtigen Entscheidungen benutzt werden. Aber KI kann Informationen geben und Empfehlungen aussprechen. Und das kann sie verdammt gut..

Aber dafür braucht man doch bestimmt einen Agenten oder wie das heißt oder das teurere Abo oder einen Account dem neuen coolen KI-Anbieter ?! Und da muss man doch was einrichten, sonst kommt da doch nur Gurkensalat raus, oder ?!

Nö, geht auch ohne. Ein KI-Tool deiner Wahl und ein Prompt. Den Prompt baust du dir selbst ganz einfach. Es ist weit weniger kompliziert als du denkst, und kann sogar Spaß machen.

Wir fangen mit einem einfachen Beispiel und dem Meta-Prompt – dem Prompt, der einfach gut strukturierte Prompts erzeugt. Kopieren und gut. Der Rest passiert im Chat-Modus. Ich habe ein paar Einstiegssätze in den KI-Rollen-Katalog gepackt. Aber sobald du das Prinzip verstanden hast, brauchst du die nicht mehr. Die sind nur da, um die Anfangshürde gering zu halten.

Und damit kommst du weg von den täglichen Minifragen im Urlaub

“Wo ist hier in der Umgebung ein guter Italiener zum Essen für 4 Personen”

hin zu

“Du bist mein Reiseplaner für unseren 2-wöchigen Familienurlaub auf Korfu, Mama, Papa, 3 Kinder (3,7,16). Keine Allergien, aber Papa mag keinen Fisch. Hotel ist gebucht, aber die 2 Wochen wollen gefüllt werden, mit Spaß und gutem Essen. Mach einen Plan mit Action und Erholung und suche uns für unser Tagesausflüge mittags was kleines leckeres und abends eher was schönes mit dem einem Gläschen Wein für die Eltern und sei bereit für spontane Änderungen. Hier sind die Daten…”.

Der springend Punkt ist, dass du das frei formulierst so wie du willst. Das ist nur das Briefing für den Meta-Prompt. Den eigentlichen, sauber strukturierten Prompt baut der Meta-Prompt daraus sebständig. Damit delegierst du also schon das Prompten selbst. Praktisch. Und was aus diesem Chat am Ende rauskommt ist dann dein persönlicher Korfu-Reiseleiter. Den speicherst du und nutzt ihn vor und währrend dem Urlaub. Damit wirst du nicht zur Super-Mama oder zum Super-Papa, aber er spart ein paar Sonderschleifen beim Suchen und nimmt dir ein paar Entscheidung ab oder erleichert sie dir … wenn du es zuläßt.

Genau das heißt Delegieren: Kontext geben, Rahmen setzen, machen lassen.

Und wenn das Ergebnis nicht so toll ist wie du dachtest. Dann bewerte es und spiegel es zurück. Mach deinen Reiseleiter-Prompt besser. Indem du sagst was dir nicht passt. Gnadenlos ehrlich und ohne Scheu. Sei Chef. Sei ein Arsch. Sei wegen mir auch nett – bringt aber auch keine besseren Ergebnisse.

Willst du der sein, der die Präsi baut, oder der der sie bauen lässt? Du hast die Wahl. Hast du dir schon eine KI-Rolle ausgesucht? Probier es. Abonnier es.

Mein ehrlicher Disclaimer: Hab ich gerade gesagt, KI kann dein Finanzberater sein, und damit explizit dazu eingeladen, sich durch KI finanztechnisch beraten zu lassen, ohne reflexartig „Das ist keine Finanzberatung!” zu rufen?! Ja, hab ich. Ich mach’s noch konkreter. Kauft Bitcoin los! Alle. Du auch. Keine Ironie, ernst gemeint.

Immer noch kein Disclaimer?!

Doch, du sollst ihn bekommen: Wenn du ernsthaft in Erwägung ziehst, wichtige Lebensentscheidungen basierend auf einem No-Name-Post auf Substack oder wo auch immer zu treffen, und dich nur durch einen Disclaimer davon abhalten lässt, hast du ganz andere und größere Probleme als ein paar Satoshis in der Wallet. Fast alle anderen sitzen im Fahrersitz ihres Lebens und brauchen den Disclaimer eh nicht. Und an die dritte Gruppe der Glücksritter, die mit Abmahnungen ihren Lebensunterhalt verdienen, gewandt: Es gibt einfachere Ziele ;-)